Vitamin D, direkt von der Sonne!

Bei genügend Kontakt mit der Sonne wird Vitamin D in der Haut produziert. Vitamin D ist lebenswichtig und erfüllt im Körper verschiedene Aufgaben wie z.B. die Einlagerung von Calcium in die Knochen.

Doch fliehen wir vor Sonne und Vitamin D!

Viele Menschen haben Angst vor den möglichen Folgen von zu viel UV- Strahlen.

Täglich sehen wir Werbung von Sonnencremes und Gesundheitsexperten erzählen uns, wir sollen uns niemals ungeschützt an die Sonne begeben, anderseits drohe uns der Tod durch den schwarzen Hautkrebs.

Ich bin der Meinung, das Ganze ist zu einem grossen Teil Unsinn! Das Risiko an einer Zivilisations-Krankheit, wie z.B. Herzinfarkt, Brustkrebs, Hodenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs u.v.a. verfrüht zu sterben ist um einiges grösser, als der Tod durch zu viel Sonnenbestrahlung.

Bislang wird die Wichtigkeit des Vitamin D’s stark unterschätzt. Viele Menschen kennen ihren Cholesterin-Wert doch nur wenige die Konzentration des Vitamin D im Blut.

Wie viel Vitamin D ist normal?

Bei einer Blutwertbestimmung misst man normalerweise nicht das Vitamin D, auch Cholecalciferol genannt, sondern seine Speicherform,  25-Hydroxy-Vitamin-D, oder 25-OH-D oder 25OHD. Das liegt daran, dass sich der 25OHD Spiegel nur langsam abbaut und etwa drei Wochen stabil bleibt. Das ursprüngliche Vitamin D gibt bloss Auskunft über die Versorgung der letzten Stunden oder Tage.

Bei der Bestimmung des 25D-Spiegels wird das jeweilige Labor auch Angaben zu den Norm-Bereichen machen z. B. :

normal: 20.0-60 ng/ml
leichter Mangel: 10.0-20.0 ng/ml
schwerer Mangel: <10.0 ng/ml

Es umstritten, ob diese Werte als sinnvoll angesehen werden können. Führende Forscher weisen darauf hin, dass bereits ab 30 ng/ml manche Funktionen im Körper nicht mehr optimal ablaufen.

Oft werden auch Angaben in den sogenannten Internationalen Einheiten I.E. gemacht. Diese sind ganz einfach zu berechnen:

1 µg = 40 I.E.
1 I.E. = 0.025 µg

Entstehung von Vitamin D und was es kann.

Vitamin D wird in der Haut produziert, mit Hilfe von Cholesterin und UV-B Strahlen. Bis zu 95% des im Körper verwendeten Vitamin D wird so in der Haut produziert. Über die Nahrung nehmen wir wenig bis fast gar kein Vitamin D zu uns.

Nach der Produktion kommt Vitamin D via Blutkreislauf zur Leber und wird dort in die Speicherform 25D umgewandelt. Von da aus gelangt es zur Niere, die es in die aktive Form umwandelt, das 1.25-Dihydroxy-Vitamin-D, welches ich von nun an 1.25D nennen werde.

1.25D gehört zur Gruppe der Steroid-Hormone, wie Cortison!

Hormone sind chemische Botenstoffe, die in unserem Körper viele verschiedene Funktionen beeinflussen.  Beispielsweise Adrenalin, welches neben anderem die Herzaktivität erhöht, die Bronchien für eine Erleichterung der Atmung erweitert und sämtliche verfügbaren Energiereserven des Körpers aktiviert.

1.25D ist die Form des Vitamin D, welche die gesundheitliche Wirkung auf unseren Körper hat. 25D, ist eine Speicherform, die in der Leber und auch im Fettgewebe gelagert wird. Deshalb haben Menschen mit gefüllten Fettzellen weniger 1.25D im Blut und mehr 25D in diesen Zellen gespeichert. Ein gravierender Nachteil von Übergewicht.

Im menschlichen Körper gibt es fast kein Gewebe, welches nicht auf 1.25D angewiesen ist. Bei mehr als dreissig Organen wurden Rezeptoren (Andockstellen) für 1.25D entdeckt: Undenkbar wie unser Körper ohne das Vitamin funktionieren soll.

Wichtige Funktionen des 1.25D sind beispielsweise eine korrekte Zellausbildung und die Steuerung des freiwilligen Zelltodes für nicht mehr richtig funktionierende oder alte Zellen. Es beeinflusst zudem die Produktion von Insulin, einem Hormon, das den Blutzucker beeinflusst und dessen Wirkung. Das 1.25D erfüllt wichtige, sogar lebenswichtige Funktionen und darum ist es fraglich weshalb wir uns vor der  Sonne  fürchten!

Menschen benötigen unterschiedlich viel Sonne

Viele Menschen leben heute nicht mehr in jenen Ländern, aus denen sie ursprünglich stammen. Zum Beispiel waren Amerikaner einmal Europäer, Afrikaner, Asiaten, Russen usw.. Viele Afrikaner leben heute in Amerika und verschiedenen europäischen Ländern. Inder geniessen den westlichen Lebensstandard in Holland, Schottland oder sonst wo. Schotten und Holländer sonnen sich in Italien und so weiter.

Menschen aus Ländern mit intensiver Sonneneinstrahlung, die heute in Ländern mit mittlerer oder sogar geringer Sonneneinstrahlung leben, könnten schon bald ein Problem mit ihrem 25D-Spiegel haben! In Hamburg haben die Sonnenstrahlen einen anderen Einfallswinkel als in Rom.

Afrikaner haben eine Haut mit stärkerer Pigmentierung um vor starker Sonneneinstrahlung in Afrika geschützt zu sein. Gleichzeitig benötigen diese Menschen eine längere Sonneneinstrahlung um den Körper mit genügend Vitamin D zu versorgen. Was wenn Afrikaner bei uns in der Schweiz leben?

Für einen dunkelhäutigen Menschen ist es fast unmöglich, sich mit der notwendigen Menge an Vitamin D zu versorgen! Der Sonneneinfallswinkel ist bei uns viel zu flach, dass die UV-B Strahlen in genügend tiefe Hautschichten vordringen können.

In den Wintermonaten ist es oberhalb des 52. Breitengrades nicht möglich Vitamin D zu tanken, weil die Sonneneinstrahlung zu schwach ist. Das gleiche gilt während den vier dunkelsten Monaten des Jahres, für Rom, Barcelona, oder Boston (USA). Nur südlich des 37. Breitengrades, z. B. in Los Angeles oder Sizilien, ist während des ganzen Jahres eine ausreichende Vitamin D Produktion durch die Sonne möglich!!

Falsche Empfehlungen bedrohen unsere Gesundheit

In Deutschland und der Schweiz werden fälschlicherweise die genau gleichen Empfehlungen für die optimale Tagesdosis an Vitamin D  abgegeben. Mittlerweile ist uns ja klar, warum auf dem Breitengrad Hamburgs oder dem von Lugano definitiv andere Empfehlungen notwendig wären.

In der Schweiz empfiehlt die SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährung) für, Erwachsene Männer und Frauen, Kinder männlich und weiblich, stillende Frauen, schwangere Frauen und Jugendliche allesamt 200 I.E. als tägliche Zufuhr von Vitamin D. Es ist nicht nur so, dass wir die Sonne meiden, nein, der Staat gibt uns sogar Empfehlungen, bei denen wir gar nicht gesund sein KÖNNEN!

Bis heute gelten die genau gleichen Empfehlungen wie noch vor SIEBZIG Jahren!! Schwangere Frauen haben einen definitiv erhöhten Bedarf an Vitamin D wie zum Beispiel ein fünfundzwanzig Jahre alter Mann, oder ein fünf Jahre altes Mädchen.

In Deutschland empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) der Bevölkerung den Mangel an 25D mit der Ernährung zu kompensieren.

Ich zitiere eine Studie am Ernährungsinstitut der Universität von Cork in Irland. Kevin Cashman und Mitarbeiter führten zwei doppelblinde, placebokontrollierte Dosis-Findungsstudien durch, und zwar mit Dosierungen, die auch mit EXTREMER Ernährung noch erreicht werden könnten.

Studie: Cashman KD, Hill TR, Lucey AJ, et al. Estimation of the dietary requirement for Vitamin D in healthy adults. Am J Clin Nutr 2008;88:1535-42.

Eine Studie untersuchte Probanden im Alter von 20 bis 40 Jahren, die zweite beschränkte sich auf  über 64-Jährige. Die Probanden wurden jeweils in vier Gruppen unterteilt. Dann gab man den Teilnehmern über einen Zeitraum von 22 Wochen, im Winterhalbjahr, entweder Placebo, oder jeweils 200 I.E., 400 I.E. und 600 I.E. täglich, in Form eines Supplementes. Anhand der jeweils erzielten 25D-Blutkonzentration konnten die Forscher eine Dosis-/ Wirkungskurfe erstellen. Daraus errechneten sie die Dosierungen , die zum Erreichen bestimmter Schwellenwerte im Blut nötig wären.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Um bei 97.5% der Teilnehmer wenigstens einen Blutwert von 10 ng/ml zu erzielen, das ist ein absoluter Mangel, muss man im Mittel 348 I.E. bei den 20- bis 40-Jährigen und  344 I.E. bei den Älteren geben!

10 ng/ml, das ist die Grenze zur klinisch feststellbaren Knochenerweichung! Man sah tatsächlich auch im Winter noch einen Unterschied, ob die Probanden im Sommer viel oder wenig Sonne getankt hatten. Wenn sie mit einigermassen gefüllten Speichern ins Winterhalbjahr gingen, waren „nur“ 288 I.E. nötig, um die definitive Mangelschwelle von 10 ng/ml 25D im Blut zu überwinden. Wer sich im Sommer nur gelegentlich in der Sonne aufgehalten hatte, benötigte 352 I.E., und wer die Sonne ganz gemieden hatte , war auf 492 I.E. pro Tag angewiesen. Bei den älteren Teilnehmern lagen die Werte in ganz ähnlichen Bereichen.

Um wenigstens 90% der Teilnehmer auf einen Wert über 20 ng/ml zu bringen, was immer noch als Mangel gilt, benötigte man 1.004 I.E. bei den jüngeren und 740 I.E. bei den älteren. Aber um so gut wie alle Teilnehmer, das heisst exakt 97.5 Prozent von ihnen, mit Sicherheit über diesen Blutspiegel von 20 ng/ml zu bekommen, benötigte man eine mittlere Zufuhr von 1.204 I.E. bei den jüngeren und 980 I.E. bei den älteren.

Werte über 30 ng/ml sollten und gelten teilweise bereits als normal. Was als optimal angesehen werden sollte, darüber wird noch gestritten. Nach der häufigsten vertretenen Expertenmeinung wäre es der Bereich zwischen 40 und 90 ng/ml. Der Bereich zwischen 20 und 30 ng/ml gilt als unzureichend und Werte unter 20 ng/ml als Mangel!

Mütter sollten für genügend Vitamin D sorgen.

Bekanntlich laufen Säuglinge und Kleinkinder Gefahr, bei einem zu niedrigen 25D Spiegel an Rachitis, der knochenerweichenden Krankheit zu erkranken. Entsprechend werden die Kleinen mit Vitamin D gefüttert.

Könnte es sein, dass die Natur bei der Erschaffung des Menschen nicht zu Ende gedacht hat? Ist das lebenswichtige Vitamin D vergessen gegangen? Kaum!

Der geborene Säugling wird via Muttermilch mit dem nötigen 25D versorgt, falls da etwas vorhanden sein sollte! Wie soll eine Mutter ihr Kind mit genügend 25D versorgen, wenn nicht einmal sie ausreichend versorgt ist?

Für eine optimale Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass die Mutter während ihrer Schwangerschaft und danach einen ausreichenden 25D Spiegel hat. Dafür reichen zehn bis zwanzig Minuten täglich UNGESCHÜTZT in der Sonne: Im Bikini und OHNE Sonnencreme! In dieser Zeit werden in der Haut rund 10’000 bis 20’000 I.E. Vitamin D produziert. Übrigens gratis.

Es ist also sinnvoll ungeschützt in der Sonne zu sein, solange keine Hautrötungen auftreten! Bereits eine leichte Rötung und Erwärmung der Haut, weist auf ein Übermass an Sonnenbestrahlung.

Für beinharte Knochen

Knochen stützen unseren Körper. Das Skelett ist so aufgebaut, dass es den ganzen Körper ohne Beihilfe der Muskeln tragen kann. Knochen sind zudem die grössten Calciumspeicher des Körpers. Sobald der Calciumspiegel im Blut zu tief sinkt, schlägt die Nebenschilddrüse Alarm und produziert das Hormon Parathormon.

Parathormon beeinflusst den Calciumspiegel im Blut, indem es Calcium aus den Knochen auslagert und dessen Ausscheidung über die Niere hemmt. So steigt der Calciumspiegel wieder auf einen normalen Wert. Jetzt tritt auch das 1.25D in Aktion, die aktive Form des Vitamin D. Es veranlasst den Dünndarm mehr Calcium aus der Nahrung aufzunehmen.

Das ist eine gute Übergangslösung um kurzfristig den Calciumspiegel im Blut zu erhöhen. Was aber wenn kein 25D mehr vorhanden ist, das in 1.25D umgewandelt werden kann? Wenn die Speicher erschöpft sind?  Es wird ständig und dauerhaft Calcium aus den Knochen ausgelagert, bis diese brüchig und instabil werden.

Durch einen Mangel an 25D steigt auch die Sturzgefahr und es kommt vermehrt zu Knochenbrüchen.

Calcium wird übrigens nicht nur in den Knochen verwendet. In vielen verschiedenen Geweben wird Calcium benötigt, um eine optimale Funktion zu gewährleisten, so zum Beispiel auch in Muskel und Nervengeweben. Bei einer Unterversorgung mit Calcium schalten sich diese Zellen mit der Zeit einfach ab. Am Anfang ist ein Calciummangel in diesen Zellen kaum zu bemerken. Später jedoch kommt es vermehrt zu Krämpfen die sich bis zur Tetanie steigern können.

Bei einer Tetanie kann es zu krampfhaften Motorikstörungen und vermehrtem Kribbeln im Körper kommen. Hinzu kommen ängstliche Unruhe, Taubheitsgefühl und Missempfindungen begleitet von schmerzhaften Muskelkrämpfen.

Können wir gegen Knochenschwund etwas tun?

Ja, um es vorweg zu nehmen. Und es ist ganz einfach.

  • Regelmässiger Sport
  • Ausreichende Calciumversorgung
  • Guter 25D Spiegel.

Täglich im Sommerhalbjahr 10 bis 20 Minuten Sonnenexposition, während dem Winterhalbjahr eine Supplementation in Betracht ziehen. Ausreichende Versorgung mit Milch und Milchprodukten und Bewegung an der frischen Luft. Sehr gut wäre täglich 30 Minuten Bewegung bei der die Herztätigkeit leicht ansteigt.

Das Beste zum Schluss

Sicher ist, Vitamin D vermag weitaus mehr als was ich bisher aufgeführt habe:

1.25D schützt die Nerven, was sich positiv auf Depressionen und z.B. Multiple Sklerose auswirkt. Vitamin D schützt Zellen und hält verschiedenste Krebsarten fern und stärkt Herz und Kreislauf. Allgemein könnte man behaupten: Vitamin D verlängert das Leben und hält die gefährlichsten Zivilisationskrankheiten fern.

Alle die mehr wissen wollen können sich das Buch „Heilkraft D“ von Nikolai Worm kaufen. Darin wird ausführlich und fundiert beschrieben was Vitamin D alles kann.

Wie hoch ist Ihr Vitamin D Spiegel? Was halten Sie von Sonnenbaden ohne Sonnenschutz?

Über Marco Schmäh

Hallo ich bin Marco Schmäh, Drogist und von Natur wie Medizin fasziniert. Deshalb schreibe ich diesen Blog.

19. Juni 2011 von Marco Schmäh
Kategorien: Vitamine & Nährstoffe | Schlagwörter: , , , , , , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

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  4. Hallo Marco

    Endlich bringt es auch im helvetischen Land jemand auf den Punkt.
    Ich habe vor etwa zwei Monaten im Blick am Abend einen interessanten Artikel von Jeff Bowles gelesen. Es ging um sein – in einem Buch veröffentlichtes – Experiment mit hochdosiertem Vitamin D3. Habe es gekauft und gleich auch hochdosierte Tabletten.

    Und was kann ich sagen? Seitdem geht vieles *ringer*, ich schlafe viel besser, fühle mich ausgelassener, etc. etc.

    • Hallo Pascal

      Vielen Dank für deinen Bericht, es freut mich, dass du gute Erfahrungen gemacht hast. Ich selbst ziehe trotz allem das Sonnenbad wenn immer möglich der Pille vor, da sich ein Supplement nie 1:1 mit der natürlichen Herkunft vergleichen lässt.

      Grüsse und weiterhin viel Erfolg
      Marco

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